BDSM-Anfäger mit Durchhaltevermögen

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Da steht er nun vor mir. Nackt und nervös, Hände brav und wie gefordert auf dem Rücken. Fynn – schlanker Körper, gepiercte Nippel und tätowierte Brust – ist 48 Jahre alt, doch gerade jetzt, hier, wo er vor mir steht, wird er zum Frischfleisch. Es ist sein erster Besuch bei mir. Er sieht mich mit großen Augen an, ein bisschen unsicher, wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Ich lächle aufmunternd. Ein bisschen Angst darf sein – fördert sogar das Spiel – Panik hingegen versaut es. Da ist Balance gefragt, man lernt es mit der Zeit.

Das Machtgefälle zwischen uns war schon an der Tür geklärt so, wie es mir am liebsten ist. In der Regel kommt es nach einem Spiel mit mir noch zu einem Gespräch auf Augenhöhe, wo wir uns auch gerne gegenseitig sympathisch finden dürfen. Aber gerade zu Beginn will ich deinen psychischen und buchstäblichen Kniefall nicht durch unnötiges Socialising unterbrechen. You never get a second chance for a first impression – und Du erlebst mich von Anfang an genau so, wie es für Dich gut ist: Dominant, maskulin und stark.

Ich bin mir immer bewusst, dass es für die allermeisten ein langer Weg des inneren Auseinandersetzens war, bis man dann endlich vor mir steht oder kniet, bereit für den Schritt in die geile BDSM-Welt. Ich sage gern: „Mit mir zusammen vorwärts leben und mit einem Therapeuten oder Freunden rückwärts verstehen“ nicht warum Du zu mir kommst, ist, was für mich zählt, sondern dass Du jetzt hier bei mir bist.

Das Spiel beginnt!

Und genau in diesen ersten Momenten unseres Spiels schaue ich so gerne in die Augen meines Gegenübers – und die Ideen fluten meinen Kopf. Wenn ich mir selbst bewusstwerde, was ich gleich hier so alles anstellen werde, wenn Dir bewusst wird, in welcher Situation Du Dich hier gerade befindest das ist dann dieser schöne Augenblick, in dem Pimmel zu zucken beginnen oder Mösen feucht werden.

Die Blicke meines kleinen BDSM-Newbies gleiten ein wenig ängstlich zwischen mir und meinem „Arbeitsplatz“ hin und her. All die erotisch-gruseligen Spielzeuge und Hilfsmittel sind in Sichtweite und Fynns Augen bleiben am Andreaskreuz hängen. Mein Lächeln wird breiter und der Dom in mir blüht auf.

Ich bin ein sehr offener Mensch, der gern und viel über seinen Beruf und Sexualität redet. In meiner Berliner Bubble bin ich von vielen genauso offenen Leute umgeben. Deshalb ist es für mich immer etwas ganz Besonderes, wenn ich auf Klienten treffe, die ihre BDSM- oder Fetisch-Lust über Jahre ausschließlich mit sich selbst ausgemacht haben. Für mich ist das total okay und ich fühle mich geehrt, wenn jemand seine „Jungfräulichkeit“ bei mir verlieren will.

  1. Gebot: Die richtige Kontaktaufnahme

Es gibt auch nur ganz wenige Fragen vor einer Session mit mir, die ich nach den Jahren gerne samt all ihrer Varianten auf ewig verbannen würde. Ich schätze es nicht, ansatzlos gefragt zu werden, was XY kostet. Als Nutte bin ich hochpreisig und nicht bereit, Dir eine Spermamilliliter-Angabe in Relation zu den Euros zu versprechen, die Du bereit bist, auf den Tisch zu legen. Zumal meiner Erfahrung nach hier die Formel gilt: Je niedriger das Budget und je gieriger die Schnäppchenjagd, desto höher die Anspruchshaltung. Auch die gute alte „Darf ich Dich was fragen?“-NLP-Technik löst bei mir intensives Augenrollen aus. Sag mir einfach geradeheraus, was Dich zu mir führt, was Dich interessiert oder an welche Teile meiner Arbeit Du anknüpfen willst.

Und zu guter Letzt möchte ich von der Frage „Und, was läuft dann genau ab bei Dir?“ abraten in Deinem und meinem Sinne. Ich höre mich ja auch selbst gerne labern, aber ich liefere grundsätzlich keine deutlichen Beschreibungen per Email oder Telefon. Einerseits habe ich keine Lust, als kostenlose Wichsvorlage herzuhalten, andererseits kann schlicht so verdammt viel hier bei mir ablaufen, dass es kein einheitliches Ablaufprozedere gibt. Was ich hingegen mehr als alles andere hören will, ist, welche Schweinereien in DEINEM Kopf verankert sind, was DU Dir zutiefst wünscht. Aus genau diesen individuellen Zutaten werde ich uns beiden etwas Geiles aus der BDSM- und Fetisch-Welt zusammenbauen und Du wirst dabei so viel mehr auf Deine Kosten kommen, als mit einer langen Aufzählung theoretischer Möglichkeiten darauf kannst Du Dich verlassen.

Phantasien werden zur Realität

Wer es nicht gewöhnt ist, hat es allerdings manchmal einfach echt schwer, seine Wünsche in Worte zu fassen. Auch die Vorstellungen von Fynn waren – was nicht selten für einen Anfänger ist – im Vorfeld ziemlich unklar. Er wollte dominiert werden, aber von Petplay bis Bondage, von Erniedrigung bis zur Keuschhaltung, war in seinen Phantasien alles drin. Für mich ist das mehr als ok, denn: Jetzt habe ICH die Auswahl!

Ich trete auf Fynn zu, kapere selbstbewusst seine Intimsphäre und fahre mit meiner lederbehandschuhten Hand über seinen Kopf. Ich beende die Geste mit einem zärtlich-festen Griff in seinen Nacken und lege ihm eine Augenbinde an. Nun ist er mir vollkommen ausgeliefert und mit festem Griff dirigiere ich ihn dorthin, wo ich ihn haben will. Als sein Körper das Andreaskreuz berührt, durchfährt ihn ein leichtes Zittern – Ruhig, mein Kleiner. Meine Stimme ist leise, aber bestimmt und klar.

Gerade wenn Menschen vorher wenig Berührung dieser Art erfahren haben, reagieren sie oft stärker. Und mir macht es Spaß, auch einen bisher selten berührten Körper zu erforschen. Ich liebe es, wenn meine Kunden mir völlig vertrauen und sich hingeben – und Fynn überlässt mir passenderweise die komplette Kontrolle.

Während ich mit sanftem Druck zum ersten Mal die sensiblen Stellen des Neulings vor mir berühre, genieße ich die kleinen Seufzer und das Stöhnen von seiner Seite. Ich streichle seinen Arm von der Achsel bis zum Handgelenk hoch, er folgt gehorsam meiner nicht ausgesprochenen Aufforderung und streckt seinen Arm – und ist bereit, sich die erste Kette anlegen zu lassen. Ich überprüfe, ob sie gut sitzt, mag das rasselnde Geräusch umso mehr, da ich weiß, um wie viel intensiver sich all diese Eindrücke für mein gerade blindes Gegenüber anhören.

Ein Neuling entdeckt seine Passion!

Im Folgenden spüre ich, wie sehr er die Momente meiner Nähe genießt. Und wie diese ihn noch mehr erregen, als das Spiel mit seinem Körper. Das Stiefellecken avanciert eher zu einem „an meinen Stiefeln kuscheln“. Als er gefesselt vor mir kniet, bettelt er darum, sich einfach mit dem Kopf auf meinen Lederhosen ausruhen zu dürfen. Er will also einfach bei mir sein. Männliche Kraft spüren und sich anlehnen.

Zu meiner Freude zeigt Fynn besonders großes Talent bei meinem viel geliebten Spiel „Präsentiertellerchen“ – er muss sich in verschiedenen, aufreizenden Posen präsentieren, zum Beispiel auf Zehenspitzen mit gespreizten Beinen sein Poloch zeigen. Und er macht es verdammt gut. „Na, die Jungs ohne Bauch haben ja auch weniger Gewicht zum Tragen – ich könnt’s nicht“, denk ich schmunzelnd bei mir. Er kann sich auch prima auf dem Rücken liegend zu einer kleinen „Fickschnecke“ zusammenrollen. Diese Position finde ich großartig, weil die anale Körperöffnung dramatisch erotisch in den Vordergrund gerückt wird.

 

Ich merke, wie ihn die verschiedenen Positionen anstrengen, wie er immer wieder gegen die körperliche Anspannung kämpfen muss, wie seine Muskeln brennen und vor allem, wie er sich immer wieder für mich überwindet. Wie er mir gefallen will, wie er meine Anweisungen so exakt wie möglich befolgt. Das Durchhalten für mich erregt ihn, sein Schwanz steht.

Meine Spielpartner müssen mir keine möglichst hohen Grenzen oder bestimmte Praktiken bieten – denn das Spiel an der Grenze ist immer geil, egal, wo sie genau liegt. Es macht mich an, zu erleben, wie sich bei Fynn ein Kernelement seiner erotischen Phantasien – Hingabe, Aushalten, Für-mich-da-sein immer mehr Bahn bricht.

Wenn das Aushalten auf die Probe gestellt wird

Für unser nächstes Treffen schlage ich ihm deshalb ganz besonders subtile und dabei tief erregende Spielarten vor: Er darf mein Möbelstück sein, der Abstelltisch für mein Glas und meinen Aschenbecher – schweigend, versunken, hingebungsvoll – während ich mich in mein Buch vertiefe. Zum Essen wird es Sushi geben und Fynn darf sich als mein Teller nützlich machen. Spiele dieser Art sehen von außen manchmal sehr einfach aus und sind für die ersten Momente vielleicht recht easy umzusetzen – doch wenn die Dauer der Degradierung zum Einrichtungsgegenstand eine gewisse Zeit überschreitet, geht das jedem an die Reserven und kostet enorme Kraft und Durchhaltewillen. Dass er den grundsätzlichen Willen zum Durchhalten zu haben scheint, hat mein kleiner Neuling mir heute bewiesen. Doch steter Tropfen höhlt den Stein. Wie mein Spiel mit Fynn weitergegangen ist? Das erfährst du in der nächsten Ausgabe des HIM MAGAZINEs. (db)

Redaktionhttps://him-magazine.de
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