SEX-PARTY GEGEN DEN HERBSTBLUES

Date:

Trübsal oder doch lieber viele Schwänze blasen?

Da müssen wir jetzt durch! Novemberwetter! Eben noch goldener Herbst und plötzlich knallt uns Dauergrau und Kaltfronten samt Nieselregen ins Gemüt – da hilft entweder der beherzte Klick zum Streamingdienst unserer Wahl oder vielleicht doch ein wenig mehr Action in den eigenen vier Wänden? Wie wäre es zum Beispiel einmal mit einer lustvollen privaten Sex-Party? Sei das nun in den eigenen vier Wänden, in einer gemieteten Einrichtung oder bei Freunden. Mit einem Mal ist der Winterblues verfolgen, sozusagen wie weggeblasen, und das nächste Hoch bahnt sich an – in unserer Unterhose! Sex ist mit Abstand die schönste Möglichkeit und eine der effektivsten Wege, Freude und Lebenslust auch an dunkelgrauen Tagen in unser Leben zu holen. Doch worauf sollten wir bei einer Sex-Party achten?

DIE PLANUNG

Hast du selbst vor, deine vier Wände zu einem sinnlichen Platz der Begierde und der Lust zu machen, solltest du dich vorab an eine durchdachte Planung machen, denn einige Aspekte sind sehr wichtig, damit aus den heißen Stunden kein flammendes Inferno wird. Beginnen wir mit der Location selbst: Richte deine Räumlichkeiten so her, dass du sie gerne mit anderen Männern teilst – alles, was dir zu privat ist oder vielleicht einfach unpassend für einen Ort der sexuellen Fantasie (ein Bild von Mami und Papi zum Beispiel) erscheint, sollte sicher in ein einem Nebenzimmer verstaut werden, das du abschließt, bevor der Spaß losgeht. Wie sehr du auf Nummer Sicher gerade auch bei Wertgegenständen oder anderweitigen Dingen gehen willst, die dir persönlich wichtig sind, liegt maßgeblich an der Frage, wie gut du die Kerle kennst, die du zu dir nach Hause holst. Kommen ein paar Freunde vorbei, mit denen du allesamt schon Sex hattest oder anderweitig eine Vertrauensbasis existiert, kannst du hier sicherlich etwas einfacher vorgehen als bei vollkommen fremden Männern. Beides kann dabei seinen Reiz haben. Mit einer Gruppe von Kerlen, die sich bereits kennen, kann es sehr schnell sehr heiß und intim zur Sache gehen, mit fremden Kerlen ist der Nervenkitzel und damit auch das lustvolle Neue und das Erleben vollkommen anders. Je nach Motto oder Ausrichtung deiner Sex-Party liegt der Schwerpunkt vielleicht auch gerade beim Thema Anonymität, sprich, du willst möglichst viele Kerle bei dir haben, die du gar nicht kennst und die wie Tiere übereinander oder über dich herfallen, ohne dass zuvor eine gepflegte Konversation betrieben wurde. In diesem Fall ist es definitiv ratsam, alle Wertgegenstände gut und sicher aufzubewahren. Kommen Unbekannte zu Besuch, kann es zudem auch sinnvoll sein, Schilder in deiner Wohnung anzubringen, die du ganz einfach mit einem Drucker ausdrucken kannst. So sieht jeder sofort, wo die Küche und das Bad sind, und welche Räumlichkeiten möglicherweise Tabu sind. Du bestimmst auch, in welchen Räumen der Sex stattfindet – und wo nicht! Es macht keinen Spaß beispielsweise, wenn zwei Kerle es auf deiner Toilette treiben und drei andere Jungs vor der Tür dringend gleichzeitig pinkeln müssen.

DIE MÄNNER

Egal ob gute Freunde oder Fremde, die Mischung macht´s. Das gilt für viele Dinge im Leben und für eine Sex-Party definitiv. Nichts ist furchtbarer als eine Gruppe Bottoms, die lustvoll ihre Boylöcher in den Himmel strecken, doch kein einziger geeigneter Top ist weit und breit zu sehen. Kläre also vorher ab, wie die Kerle aufgestellt sind, was sie in der Hose zu bieten haben und was sie damit anfangen wollen – die richtige Mischung aus Top und Bottoms ist der Grundstein für eine gelungene Sex-Party. Gleiches gilt natürlich auch dann, wenn sich nur Jungs zum Wichsen und Blasen treffen wollen – auch das ist absolut in Ordnung. Am Ende ist stets wichtig, dass die einzelnen Kerle zueinander passen. Zumeist werden fremde Kerle online zu einer Sex-Party eingeladen, zum Beispiel durch ein entsprechendes Profil bei Grindr oder Romeo. Auch hier ist es wichtig, die wesentlichen Fakten abzuklären. Frage dich, was du willst und was dir wichtig ist und gehe von dort aus weiter. Wollen sich zum Beispiel nur eine Gruppe junger Twinks treffen? Oder darf die Altersspanne bunt durchgemischt sein? Gibt es gewisse Vorlieben? Soll das ein Treffen von schlanken oder muskulösen Männern werden oder liegt der Schwerpunkt eher bei behaarten kräftigen Bären? Oder darf´s eine Daddy-Boy-Session werden? Ähnlich ist vorher das Thema Verhütung klar anzusprechen – manche laden gerne zu Bareback-Partys ein, für andere sind Kondome zumindest beim Analverkehr Pflicht.

Der besondere Tipp: Voyeure. Es gibt Kerle, die selbst auf einer Sex-Party nicht am Geschehen teilnehmen wollen, sondern höchste Lust einfach nur dabei empfinden, zuzusehen oder sich höchstens einmal dazu zu wichsen. Das kann einer Party einen richtigen Kick geben, wenn die anderen Teilnehmer darauf stehen, beim Sex beobachtet zu werden – in vielen Fällen kann es das Lustempfinden stark erhöhen. In anderen Fällen werden Sex-Partys auch noch spezieller geplant, beispielsweise mit mehreren Jungs, die bereits kniend (und vielleicht sogar mit verbundenen Augen) bereitstehen, alle Daddys und Kerle, die zu Besuch sind, immerzu abzublasen oder gleich auf allen vieren darauf warten, gefickt zu werden, während eine Horde dominanter Männer sich genüsslich aussucht, welcher Boy wann rangenommen werden soll. Diese Art von Fleischbeschau und Objektivierung ist eine extrem lustvolle und ekstatische Variante, funktioniert aber auch dann nur, wenn für alle Beteiligten die Rollenaufteilung und das grundsätzliche Setting der Party klar sind. Eine andere lustvolle Idee, gerade wenn Anonymität dein Kick ist, sind vorab strikte Vorgaben, wenn es um die Kleidung geht. Zum Beispiel kannst du festlegen, dass alle Kerle direkt mit Masken auflaufen müssen. Oder dass alle Jeans- oder Jogginghosen oder Jockstraps oder Harness zu tragen haben. Deinen Ideen und Wünschen sind hier keine Grenzen gesetzt und gerade in den großen Städten finden sich in der Regel immer genug andere Mitspieler, die genau darauf stehen. 

Ebenso solltest du dir vorab Gedanken darüber machen, wie du es mit dem Thema Drogen hältst: Poppers ist bei den meisten Schwulen gerade auch bei Sex-Partys gerne gesehen, doch wie verhält es sich mit anderen Substanzen? Auch hier solltest du vorab klar und deutlich kommunizieren, was du willst und wie die Gruppe von Männern aussehen soll. Gerade, wenn du dir Fremde nach Hause einlädst, solltest du zumindest bei den ersten Treffen ein klares Verbot von Drogenkonsum aussprechen, denn gerade bei der Einnahme der noch immer in der schwulen Community beliebten Droge Crystal Meth (oder auch Tina, Ice oder Yaba genannt) kann aus vernünftigen Menschen binnen Minuten extrem anstrengende Zeitgenossen werden, die aggressiv auf andere Besucher losgehen, dir die Wohnung demolieren oder gerne auch im  Redeschwall über Stunden nicht mehr aus deinen eigenen vier Wänden verschwinden wollen. Und klar sollte auch sein, dass du selbst keine Substanzen einnimmst, die dich wegballern – du solltest stets soweit einen klaren Kopf in deiner eigenen Wohnung behalten, dass du gegebenenfalls einschreiten kannst, wenn etwas nicht nach Plan verläuft – oder auch einfach nur, damit die anderen Jungs deine Wohnung nicht verwüsten oder schlimmstenfalls ausrauben, wenn du komatös in der Ecke liegst.

Ein weiterer Aspekt ist die Frage danach, wie viele Männer du einladen willst – das liegt natürlich sehr auch an den räumlichen Möglichkeiten deiner Wohnung, aber auch an der Frage, in welche Richtung die Party laufen soll: Geht es nur darum, dass möglichst viele Kerle auf engsten Raum Sex miteinander haben oder willst du einen intimieren oder vielleicht auch persönlicheren Rahmen? Bedenke: Je mehr Männer kommen, desto eher können auch unkontrollierbare Gruppendynamiken entstehen, die sich im ungünstigsten Falle gegen deine festgelegten Richtlinien wenden können. Nachdenken solltest du zudem über die Frage, wann deine Sex-Party beendet ist – die Bandbreite der Möglichkeiten ist hierbei groß. Es gibt Sex-Partys, wo zum einen sofort losgelegt wird und man sich danach auch direkt wieder verabschiedet oder solche, wo erst gemütlich gequatscht, getrunken und sich kennengelernt wird, bevor man dann je nach Wunsch intimer wird.

Zuletzt ist es auch wichtig, dass du auf feste Zusagen bestehst – das ist in der schwulen Dating-Welt, wo sich alle gerne alle Optionen jederzeit offenlassen wollen, mitunter durchaus schwierig. Das Mindeste sollte dabei allerdings sein, dass du alle Handynummern deiner Gäste hast und diese auch kontaktieren kannst, beispielsweise via Messenger. Ebenso selbstverständlich sollte es vorab sein, dass dir die Jungs einige Gesichtsbilder von sich schicken können in unterschiedlichen Settings, sodass du mehr Sicherheit hast, dass es sich nicht um Faker handelt. Erzählt dir hier jemand etwas vom Pferd (er hat gerade nicht mehr Bilder, nur ein Gesichtsbild, leider kein Handy…), gilt die klare Devise: Finger weg. In den meisten Fällen handelt es sich um einen Faker und/oder einen Psycho.

DIE WOHNUNG

Du hast alles Wichtige zur Seite geräumt und die Jungs können jetzt kommen? Nicht wirklich, denn vielleicht gibst du dir vorab noch etwas mehr Mühe und verleihst den Räumen, die für den intimen Fern- und Nahverkehr gleich bereitstehen sollen, noch das gewisse Etwas? Das kann beispielsweise durch eine schummrige oder dezent rote Beleuchtung sehr schnell erzielt werden. Auch passende Musik kann hier gute Akzente setzen, wobei du nicht zu sehr ins Extrem gehen solltest – sowohl schottische Volksgesänge wie auch extra harter Techno-Beat scheiden normalerweise aus. Und die schönsten Love-Songs braucht jetzt auch kein Mensch. Und bitte keine Kerzen! Zum einen sind die Dinger bei viel Action im Raum eine echte Gefahrenquelle, zum anderen kann es damit auch schnell zu romantisch werden – in den meisten Fällen geht es bei einer Sex-Party um animalischen Sex – welch eine Überraschung. Ist dein Motto indes ein romantisches Techtelmechtel mit spätabendlichem Cumshot-Finale, kannst du ja gerne künstliche Kerzen andenken.  

Daneben ist es sinnvoll, einige ganz praktische Dinge gleich vorab bereitzustellen: Trinkwasser (in kleinen Flaschen am besten), ausreichend Gleitgel, Kondome, gegebenenfalls Sexspielzeug und auch Handtücher und Desinfektionssprays sowie Reinigungstücher sind sinnvoll. Und bedenke: Am Ende sollen alle glücklich sein – dazu gehört also auch was? Richtig, ein geiler Cumshot. Gibt es in deiner Wohnung Objekte, die auf Sperma nicht so richtig gut reagieren oder nicht mehr abwaschbar sind? Manche Couchbezüge sind hier zum Beispiel ein echter Problemfall – ist dies auch bei dir so, solltest du deine Couch für diesen Abend mit einem Überzug schützen, die es bereits für ein paar Euro online zu bestellen gibt. Apropos Euros: In vielen Fällen kannst du auch ein paar Euro „Eintritt“ verlangen, um deine Kosten für Getränke oder, falls gewünscht, auch Häppchen, decken zu können. Generell ist Essen oft eine gute Idee, vor allem, wenn es einmal länger dauert – ein Snickers allein reicht da nicht. Vielleicht soll die Sex-Party ja kein Quickie werden, sondern ein ekstatisches Erlebnis für die ganze Nacht? Dann ist Essen definitiv eine gute Idee, damit die Kerle nach dem ersten oder zweiten Abspritzen vielleicht auch noch ne dritte oder vierte Runde einlegen können. Hier tut es auch Pizza oder Sandwiches, du musst nicht zum Starkoch mutieren, denn im Kern geht es immer noch darum, den Mund mit einem Schwanz zu beglücken und nicht mit einem Hummerschaumsüppchen. Ein richtiges Gewerbe solltest du in puncto Geld daraus allerdings auch nicht machen, sonst kann es auch zu Problemen mit der Polizei kommen. Die Herren mit den Handschellen und dem harten Knüppel im Schritt kommen auch dann gerne nachts vorbei, wenn sich die Nachbarn wegen Ruhestörung beschwert haben – und selten haben sie Lust dazu, mitzumachen. Also kläre auch hier zuvor ab, wie hellhörig deine Wohnung ist und helfe hier gegebenenfalls mit einer Schallschutzabdichtung nach, die du auch für ein paar Euro in jedem Baumarkt bekommst. Ansonsten ist es auch kein Problem, deinen Gästen klar zu sagen, dass es nicht zu laut werden darf.

DIE PARTY GEHT LOS

Wie bereits erklärt, ist das Setting immer entscheidend, also die Frage, ob es gleich zur Sache geht oder man es gechillt angehen lässt. Nebst Musik ist es aber nie eine falsche Idee, vielleicht ein bis zwei Pornos nebenbei laufen zu lassen, sinnvollerweise von jener Sorte, die auch von deinen Gästen bevorzugt werden. Es ist also nicht sonderlich clever, sich mehrere Rubber-Jungs oder Leder-Kerle einzuladen und auf dem Bildschirm läuft dann ein Vanilla-Softporno über die erste große Liebe. Kleine Drinks können dann auch die Stimmung auflockern. Zudem möglich ist es auch, gerade wenn sich nicht alle Teilnehmer bereits kennen, eine kleine lustige Fragerunde zu beginnen, in der geklärt wird, wer auf was steht und was einen besonders heiß macht. Das lässt sich ansonsten natürlich auch wunderbar mit erotischen Spielen bewerkstelligen – von Penis-Memory bis hin zu Masturbations- oder Würfelspielen, bei denen die Verlierer ein Kleidungsstück ablegen müssen, ist vieles denkbar. Es gibt viele Möglichkeiten, das Eis zu brechen. Und wichtig: Habe Geduld. Erlaube es dir und den anderen, dass sich eine Situation auch langsam entwickelt, nichts muss, alles kann.   

Ein wichtiger Aspekt, den du gleich zu Beginn auch noch einmal klären solltest, ist die Handyfrage. Müssen die Kerle ihre Smartphones vorher abgeben oder nicht? Ist filmen oder Fotos schießen erlaubt oder nicht? Gerade wenn es sich um deine private Wohnung handelt, können intime Fotos, auf denen deine Einrichtung oder du selbst oder andere Männer zu erkennen sind, in einer digital vernetzten Welt schnell zu Problemen führen. Es gibt im Gegenzug aber auch Kerle, die genau darauf abfahren – oder denen es einen besonderen Kick gibt, wenn eine solche Sex-Party live übertragen wird, beispielsweise auf Portalen wie Cam4.com; auch hier ist Kommunikation also der wesentliche Faktor, damit deine Sex-Party gelingen kann. Generell muss dir als Gastgeber immer klar sein, du bist der Regisseur, du bestimmt am Ende, was passiert – und es liegt auch in deiner Verantwortung, eine hitzige Situation deeskalieren zu lassen, wenn sich beispielsweise ein Gast danebenbenimmt. Du bestimmst!

SEX-PARTY AUSSER HAUS

Die Vorteile liegen auf der Hand, du musst dazu nicht deine eigenen vier Wände zur Verfügung stellen, was in puncto Sicherheit und Wertgegenstände ein dickes Plus sind. Und selbst wenn sich unter den Kerlen einer als Psycho entpuppt, sprengt das zwar schlimmstenfalls den Abend, aber wenigstens weiß der Kerl trotzdem noch nicht deine private Adresse. Wichtig ist dabei allerdings, dass du vorab genau abklärst, wie die Location aussieht. Gerade während der Corona-Pandemie wurden private illegale Sex-Partys auch gerne im ländlichen Raum nahe einer Großstadt durchgeführt, in angemieteten Scheunen, Ferienwohnungen oder kleinen Hotels – hier kann es immer dann schnell zu Problemen kommen, wenn den Eigentümern nicht klar ist, was tatsächlich passiert. Natürlich kann es auf der anderen Seite deutlich schwieriger sein, eine passende Unterkunft zu finden, wenn du beim Buchen übermittelst, du willst dich mit einer Horde von Kerlen zum Sex treffen. Grundsätzlich kann eine Sex-Party in den meisten Fällen aber auch in angemieteten Räumlichkeiten gut funktionieren – sinnvoll ist aber auch hier, sich diese genau vorher anzusehen, um zu wissen, wie laut es werden darf, ob es Nachbarn gibt oder anderenfalls Probleme auftreten können. Und bedenke: Für Schäden haftet immer der Mieter, in diesem Fall also du! Es ist den Eigentümern auch schwer nachher vermittelbar, dass eigentlich Faustficker33 aus Romeo das Loch in die Wand geschlagen hast, wenn du nicht einmal seinen Vornamen kennst. Wenn du und deine Gäste bereits seit, etwas mehr Geld auszugeben, lässt sich auch wunderbar eine große Suite mieten, wo es sich alle ungestört gutgehen lassen können. Der Nachteil von Sex-Partys außer Haus ist dabei, dass du alle Utensilien von Getränken, Essen, Gleitgel oder Kondomen gegebenenfalls selbst herabeischaffen musst – das ist im Fall des Falles natürlich auch eine Preisfrage beziehungsweise kann auch hier ein Blick zu möglichen Lieferdiensten nicht schaden.

DU BIST DER GAST

Am einfachsten gestaltet sich eine Sex-Party grundsätzlich natürlich, wenn du der Gast bist und einfach zu einem Ort kommen musst. Doch auch hier solltest du einige Aspekte beachten, damit es kein böses Erwachen gibt. Wenn du zu Freunden oder bereits bekannten Männern kommst, gibt es bereits eine grundsätzliche Vertrauensbasis, auf der du aufbauen kannst. Super! Anders verhält es sich natürlich, wenn du zu einer Sex-Party gehst, bei der du den Gastgeber und (die meisten) anderen Männer nicht kennst. Genau umgedreht solltest du dann hier vorab bei der Kontaktaufnahme alle, für dich wichtigen Fragen abklären, also die Frage nach einem möglichen Thema oder Setting, Bareback oder nicht, Drogengebrauch oder nicht, sofort loslegen oder gechillt starten, wie viele andere Männer kommen noch, kenn die sich untereinander… gerade der letzte Punkt ist besonders wichtig, denn einerseits kann es sehr heiß sein, der „Neuling“ in einer Gruppe von Kerlen zu sein, die sich bereits kennen und dich als neues Lustobjekt dazu bestellt haben, andererseits bist du auch stets der Außenseiter, der im Ernstfall alleine dasteht, wenn die anderen nichts mit dir anfangen können oder dich ablehnen oder gar attackieren. Auch das Thema Sicherheit sollte vorab für dich eine Rolle spielen, denn immer wieder kommt es vor, dass homophobe Kerle eine vermeintliche Sex-Party starten, um eigentlich nur Schwule auszurauben oder niederzuschlagen. Kläre also vorab so konkret wie möglich ab, wo du hinsollst, wer dabei mitmacht und was für Leute das sind. In diesem Fall ist es auch sehr sinnvoll, einen guten Freund oder die beste Freundin einzuweihen, bei der du dich meldest, wenn alles in Ordnung ist – als Sicherheitsanker ein sehr wichtiger Punkt. Dazu kommt, dass du natürlich alle nicht benötigten Wertgegenstände zu Hause lässt und nur mitnimmst, was du unbedingt brauchst – vielleicht ein wenig Geld (für eine mögliche Heimfahrt mit dem Taxi), Hausschlüssel und Handy.

Vor Ort checke die Lage dann kurz ab, schau´ dir die einzelnen Räumlichkeiten an und verdeutliche dir, wo was ist und wie du schnell wieder rauskommst. Manche Gastgeber sperren auch die Haustüre ab, nachdem alle da sind – falls dem so ist, behalte im Blick, wo der Haustürschlüssel deponiert wird. In puncto Drogen solltest du kurz gesagt abstinent sein, ein wenig Poppers mag jetzt noch kein Drama darstellen, aber definitiv solltest du die Finger von allen Substanzen lassen, die dich ausknocken können – dazu gehört auch ein Übermaß an Alkohol. Es ist natürlich immer auch eine Frage des Vertrauens, aber sinnvoll gerade in einem völlig unbekannten Setting ist auch, nur Getränke aus verschlossenen Flaschen anzunehmen. K.O.-Tropfen sind auch in der schwulen Szene nach wie vor weit verbreitet.

DEIN BAUCHGEFÜHL

Du hast dich informiert, alles vorab abgeklärt, aber jetzt im persönlichen direkten Kennenlernen merkst du, dass ihr nicht miteinander könnt oder dass dich die anderen Kerle einfach nicht sexuell anmachen? Dann ist es keine Schande, die Party auch wieder zu verlassen, egal, ob die anderen Männer dich beschimpfen oder nicht. Das Wichtigste hierbei ist wirklich immer, auf das eigene Bauchgefühl zu hören, denn oftmals verrät uns dieses viel schneller durch unser Unterbewusstsein bereits, was Sache ist und ob wir uns wirklich sicher fühlen oder vielleicht irgendwo bereits eine Gefahr wittern.

Dir geht es gut, die Kerle passen? Dann lass dich darauf ein und hab richtig viel Spaß! Auch hier gilt allerdings: Wenn du mit einem Kerl nicht Sex haben willst, dann ist das absolut in Ordnung und du kannst das auch klar kommunizieren. Verzwickter ist die Angelegenheit natürlich, wenn ein strenges Setting herrscht, du beispielsweise einer jener willigen Boys sein willst, die allen geladenen Daddys ausnahmslos zur Verfügung stehen. In diesem Fall musst du vorab konkret abklären, was du willst und was nicht. Auch Safer Sex darf ich in diesem Setting immer ein Thema sein, denn am Ende geht es um deine Gesundheit. Es kann auch sein, dass dich ein Kerl so richtig willenlos macht und du die anderen Jungs und Männer ganz vergisst und dich mit ihnen gar nicht weiter beschäftigen willst – auch das ist absolut in Ordnung und gilt es, zu respektieren. Eine Sex-Party kann eine echte Bereicherung deines Sexlebens sein und dir gerade an grauen Tag viel Freude bringen, aber das gilt nur, wenn alle miteinander respektvoll umgehen und die persönlichen Wünsche und Grenzen von sich kennen und von allen anderen akzeptieren. (ms)

Redaktionhttps://him-magazine.de
Wir verstehen uns als ein ehrliches, sexpositives Magazin, das nicht fremdbestimmt Themen vorgibt, sondern mit der Community zusammen Themen anspricht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Share post:

0
Lesezeichen (VIP Leser)

Popular

das gefällt dir
WIR GLAUBEN

TAG GEGEN HOMOPHOBIE – Wie steht es um die Gay-Community

Tag gegen Homophobie: Herausforderungen und Fortschritte

Ich habe den schwarzen Gürtel im Deepthroaten

Pornosuperstar Robert Royal im HIM-Exklusiv-Interview  Der Österreicher Robert  Royal startete...

Keine einfachen Parolen bitte! Queere Politik ist für US-Schwule nicht wichtig

Queere Politik in den USA: Weniger wichtig für Schwule.

PORNO-OSCARS: Ein junger Spanier ist Rekordhalter

Ende dieses Monats ist es wieder soweit – in...

Anmeldung zum Newsletter

Verpasse keine neuen Beiträge mehr. Mit unserem wöchentlichen Newsletter halten wir dich auf dem laufenden. 

Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen und akzeptiert.

Sie haben Post!

Bitte bestätige deine Mailadresse und klicke auf den Link in der Mail.

 

Bitte prüfe auch deinen SPAM-Ordner!

*Die Datenschutzbestimmungen habe ich gelesen und akzeptiert.

Verified by MonsterInsights