LIEBE IN DER KINKY FETISCH-WELT?

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Jake Waters und Dillon Diaz schließen den Bund fürs Leben

Gibt es tatsächlich Liebe im Fetisch? Gerade auch dann, wenn es so richtig hart zur Sache geht? Die beiden Pornodarsteller Jake Waters und Dillon Diaz würden diese Frage mit einem eindeutigen JA beantworten und sie sind der lebende Beweis dafür, dass sexuell grenzenlose Lust im Fetisch und tiefe Gefühle sich nicht ausschließen müssen. In den USA gehen die beiden Kerle gerade medial durch die Decke, die Fans lieben sie.

Jake Waters und Dillon Diaz lernten sich 2019 am Set eines Pornofilms kennen. Zu dieser Zeit war Waters noch ein Neuling in der Branche. Tatsächlich war es erst sein zweites Mal, dass er überhaupt eine Szene für Erwachsene drehte. Er war zudem eigentlich für einen Film mit einem ganz anderen Darsteller gebucht, aber wie es bei Pornofilmen nun mal so ist, wurden Jake und Dillon im letzten Moment spontan zusammengebracht. Die Funken flogen sofort, und die beiden schwarzen kinky Männer überlegten, ob sie ihr lustvolles Spiel außerhalb der Kamera nicht einfach fortsetzen sollten, obwohl sie zu dieser Zeit am jeweils anderen Ende der Vereinigten Staaten lebten. Dennoch tauschten sie hoffnungsvoll Nummern aus und blieben in Kontakt. Erst im März 2021, als sich beide als Single und verfügbar waren, beschlossen sie schlussendlich, ihrer möglichen Beziehung eine echte Chance zu geben. Die Geschichte hat ein Happy End! In diesem Jahr nun haben sie den Bund der Ehe geschlossen. Das HIM-Team wollte es genauer wissen und sprach mit den beiden Frischvermählten in ihrem Haus in Los Angeles.

Bevor wir natürlich auch über eure Hochzeit sprechen, erzählt uns doch bitte vorab ein wenig aus eurem Leben – was habt ihr zwei gemacht, bevor ihr Pornodarsteller bei KinkMen geworden seid?

Diaz: Ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen. Mein Vater und ich standen uns nicht sehr nahe. Ich habe überall in New York gelebt, aber ich betrachte mich als waschechter Brooklyn-Junge. 

Waters: Ich war ein Militär-Jungspund und habe an vielen verschiedenen Orten gelebt, aber meistens im Mittleren Westen. Ich war der Älteste von drei Brüdern und fühlte mich immerzu verantwortlich, das aufrechte und perfekte Kind für alle zu sein.

War euch früh klar, dass ihr zwei schwul seid?

Waters: In sexueller Hinsicht habe ich bis zum zweiten Jahr der High School keinen Unterschied zu den Hetero-Jungs bemerkt. Da habe ich dann aber doch sehr schnell angefangen, der männlichen Anatomie deutlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken, freundlich ausgedrückt.

Diaz: Ich hatte schon immer geheime lustvolle Gedanken über das gleiche Geschlecht. Ich fühlte mich aber lange Zeit nicht sicher genug, das auszuleben; ich musste dafür erst achtzehn Jahre alt werden. Das Verrückte ist, dass mein kleiner Bruder auch schwul ist, aber er hat sogar gewartet, bis er vierzig Jahre alt war, um sich endlich zu outen. Als sein ebenso schwuler, großer Bruder hätte ich es als Erster erfahren müssen, aber das tat ich nicht; sein bester Freund tat es. Wir sind jetzt heute eine große, glückliche schwule Familie. Ich liebe es sehr, einen schwulen Bruder zu haben. Ich wünschte mir nur, ich hätte es viel früher gewusst.

Das kann ich absolut verstehen. Wie ging es dann weiter?

Diaz: Mein Coming-Out war größtenteils ein „Nicht-Ereignis“. Alle sagten, sie wüssten es sowieso schon und warteten nur darauf, dass ich es endlich auch laut ausspreche.

Waters:  Genauso war es bei mir. Meine Eltern haben mich unterstützt, waren aber besorgt, weil ich ein schwarzer schwuler Mann im amerikanischen Bible Belt war, das ist nicht immer ganz einfach in dieser Region der USA!

Wie seid ihr zwei dann dazu gekommen, mit Pornos anzufangen?

Waters: Das Geschäft mit der Pornografie hat mich schon immer fasziniert.  Meine Mutter verkaufte früher Unterwäsche und Sexspielzeug für Erwachsene und nahm mich zu einigen ihrer Verkaufspartys mit. 2019 war ich Single und dachte mir, ich probiere es jetzt einfach mal aus und schaue, was passiert!

Diaz: Bei mir war es das Bedürfnis nach Veränderung. Ich hatte einen tollen Job, bei dem ich als Make-up-Künstler für Prominente um die Welt reiste, aber nach ein paar Jahren war ich einfach total ausgebrannt. Ich brauchte dringend etwas Neues. Zuerst habe ich Go-Go-Tanzen ausprobiert und es hat mir gefallen. Ich hatte die bis dahin beste Zeit meines Lebens! Immer wieder bot sich dann auch die Gelegenheit an, beim Film zu arbeiten. Ich hatte zwar anfangs meine Bedenken, aber ich beschloss, es jetzt einfach zu versuchen. Und was soll ich sagen? Ich habe es nicht gehasst, nicht ein bisschen! Im Gegenteil sogar, es war ein Gefühl der totalen Befreiung! Also beschloss ich, eine Karriere daraus zu machen.

Und was für eine! Wir sind sehr dankbar für deine Entscheidung!  Das sexuelle Coming-Out ist das eine, aber wie offen seid ihr mit euren Jobs als Pornodarsteller dann umgegangen?

Diaz: Ich habe mit Ende dreißig angefangen, Pornos zu drehen. Damals war ich schon erwachsen und hatte nie das Bedürfnis, mich irgendjemandem gegenüber erklären zu müssen. Auch heute noch teile ich meine Karriere und mein Glück mit ein paar Leuten, aber ich habe nie das Gefühl, dass es unbedingt notwendig ist, immer gleich mit der Tür durchs Haus zu fallen. Ich habe allerdings auch nicht das Gefühl, dass ich es irgendwie verstecken muss. Wenn mich heute jemand fragt „Bist du das in dem Porno?“ dann sage ich stolz „Ja“ und frage keck zurück: „Und, hast du viel abgespritzt beim Anschauen?“

Waters:  Als ich in die Branche einstieg, lebte ich noch im Mittleren Westen. Ich musste mir immer wieder Ausreden einfallen lassen, warum ich ständig nach Kalifornien fahren würde. Vor drei Jahren, am Vatertag, habe ich meinen Eltern endlich die Wahrheit gesagt. Sie hatten zwar viele Fragen, aber sie waren damit auch einverstanden. Heute habe ich es vielen Freunden und Familienmitgliedern erzählt. Es gibt allerdings noch immer einige, die es einfach nicht wissen müssen.

Dillon, du arbeitest schon länger bei KinkMen und konntest dort auch anfangen, deine Lust zu Fetisch und kinky Spielen auszuleben. Wie hast du diese Vorliebe anfangs für dich entdeckt?

Diaz: Kurz gesagt, direkt am Set. Am Set habe ich wirklich viele Premieren erlebt, viele „erste Male“, wenn du so willst. Es hat mir einfach einen sicheren Raum geboten, um meine vielfältige Sexualität und meine Vorliebe für Machtspiele ganz offen zu erkunden. Und heute? Es spielt keine Rolle, ob ich in der dominanten oder in der unterwürfigen Rolle bin, beides bereitet mir ein elektrisierendes Vergnügen. Immer und immer wieder! 

Du hast aber auch wirklich in einigen sehr intensiven Szenen mitgewirkt!

Diaz: Ich habe mehrere Szenen gemacht, in denen ich gefesselt war, aber die intensivste war die, in der ich mit dem Reißverschluss meiner Hose an einer echten Harley Davidson hing. Ich hatte keine Ahnung, was passieren würde, bis das Team mir dann kurzfristig erklärte, dass die Harley während der Fahrt dann meinen Reißverschluss öffnen und abziehen würde. Klingt doch ganz einfach, oder? Ha! Ihr müsst es euch ansehen, um wirklich zu verstehen, was ich meine.

Machen wir, versprochen! Richtig wild ging es zuletzt aber auch bei einigen Szenen von dir zu, Jake. War das immer ganz einfach für dich?

Waters: Was das betrifft, kann ich sagen: Ich bin sehr beeindruckt von mir selbst! Das Team von KinkMen hat mir in der Vergangenheit bereits Rollen angeboten, die ich aufgrund einer eigenen früheren missbräuchlichen Beziehung immer abgelehnt hatte. Seit dieser ersten kinky Szene vor kurzem allerdings habe ich nun bereits eine Handvoll ähnlicher Szenen gedreht, und jedes Mal bin ich bis an meine Grenzen gegangen. Es hat mir definitiv sehr geholfen, mein Trauma zu verarbeiten. Eine sehr heilsame und spannende Erfahrung.

Wir wissen, was ihr vor der Kamera macht, aber was geht bei euch privat im Schlafzimmer ab als frisch verheiratetes Ehepaar?  

Diaz: Sehr viel! Wir genießen es sehr, unser eigenes Maß an lustvollen Perversion im Schlafzimmer zu erforschen. Es ist nicht so extrem wie das, was wir am Set machen. Bei uns im Schlafzimmer steht auch keine Harley Davidson rum.

Schade eigentlich. Aber wir freuen uns sehr darauf, euch bald gemeinsam wieder im Film zu sehen. Dürfen eure Fans darauf hoffen?

Waters:  Man weiß nie, was die Zukunft bringt. Wir sind offen dafür!

Diaz: Ich liebe es immer, mit meinem Mann zusammenzuarbeiten, vor allem, wenn es sich um einen Dreier oder eine Gruppe handelt. Es fühlt sich einfach richtig gut an, diese Erfahrung mit ihm zu teilen und dann in unser Auto zu steigen und mit meinem besten Freund nach Hause zu fahren.

Gibt es etwas, das du gerne noch ausprobieren würdest?

Diaz: Ich hoffe, ich bereue es nicht irgendwann, dass ich das jetzt sage: Ich würde gerne mal Sounding und Latex ausprobieren.

Spannend! Wir wünschen auf alle Fälle viel Spaß dabei! Gibt es von euch noch einen Ratschlag für andere Paare, die ihr Sexleben kinky bereichern wollen?

Diaz: Kommunikation ist immer der Schlüssel. Sprecht offen und ehrlich über eure Interessen, Lüste und über eure persönlichen Grenzen und dann legt einfach los. Und einigt euch zuvor auf ein paar Safe Words!

Was ist eurer Meinung nach das größte Missverständnis bei Kink-Sex?

Waters:  Dass es schmutzig, grob, missbräuchlich und einseitig ist. In den meisten Fällen ist es der Sub derjenige, der die Macht hat, nicht der Dominante, denn sobald der Sub die Sicherheitsworte benutzt, ist das erotische Spiel vorbei. Das sollte man nie vergessen. Der Dominante ist nur so mächtig, wie der Sub es zulässt.

Stimmt! Und damit lasst uns schlussendlich noch über eure Hochzeit reden. Was ist das Beste daran für euch, frisch verheiratet zu sein?

Diaz: Die Stabilität. Es ist eine große Erleichterung zu wissen, dass die Suche nach „dem Einen“ endlich vorbei ist und man so auch jetzt mehr bei sich ankommen kann.

Waters: Ich sage es euch, die Ehe ist ein Kinderspiel. Wir freuen uns darauf, ein Haus mit einem großen Garten für unseren Hund zu kaufen, das ist sozusagen unser Baby.   

Wäre euer jüngeres Ich stolz auf das, was ihr heute alles erreicht habt? Was denkt ihr?

Diaz: Ich würde es anders ausdrücken: Mein jüngeres Ich hat das alles nicht kommen sehen. Ich war peinlich, schüchtern und unbeholfen korrekt. Ein bisschen davon habe ich noch heute in mir, aber hauptsächlich bin ich inzwischen furchtlos. Und das Großartige ist mit Blick auf meine Jugend, dass man die besten Dinge, die einem später im Leben passieren, oftmals gar nicht auf dem Schirm hat.

Waters: Auch ich war schüchtern und wortkarg als junger Kerl und hatte das dringende Bedürfnis, in allem immer perfekt sein zu müssen. Heute ist nichts davon mehr wichtig und ich lebe einfach frei und glücklich mein Leben, wie ich es will. Das ist ein Geschenk!

Jake, Dillon, vielen Dank für das Interview! (Jacob Brennan/jh)        

Mehr zu Jake Waters & Dillon Diaz gibt es auf KinkMen.com

Redaktionhttps://him-magazine.de
Wir verstehen uns als ein ehrliches, sexpositives Magazin, das nicht fremdbestimmt Themen vorgibt, sondern mit der Community zusammen Themen anspricht.

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