DAUERPOTENT – Wie wirst DU zum besten Lover ever?

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Die Tage werden wieder kälter, die Sonne gibt zumeist nur noch ein kurzes Gastspiel und die Heizung läuft dank Putin auf Sparflamme, da müssen wir es uns einfach heiß in unseren Betten machen! Gut, wer da einen richtig heißen Kerl zu Hause hat, einen Mann, der dauerpotent zeigt, wo der Hammer hängt – oder bestenfalls eben steht. Na klar, offiziell sind wir natürlich alle superpotent. Wir alle haben große Schwänze, die allzeit bereit sind für den nächsten heißen Ritt. Stets hart, stets in freudiger Erwartung – der perfekte geile Kerl eben. Soweit, so schön. So schön, so falsch. Denn die Realität sieht leider anders aus. Unser bestes Stück ist definitiv nicht immer einsatzbereit – und dass betrifft sowohl junge Schwule wie ältere Semester. Und selbst, wer derzeit akut nicht davon betroffen ist, sollte ein wenig besser auf seinen Freudenspender  achtgeben. Ansonsten ist es mit dem Spaß  oftmals, und von einem Tag auf den anderen und zudem viel früher als  gedacht, vorbei. Also, was müssen wir alles wissen?

Was sind Erektionsprobleme genau?

Erektionsstörungen (umgangssprachlich auch als Impotenz diffamiert) werden medizinisch korrekt erektile Dysfunktion, kurz ED, genannt. Per Definition liegt eine solche Funktionsstörung bei Kerlen vor, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, den sexuellen Akt so zu vollziehen, wie sie wollen. Insofern wird diese Erkrankung stets durch den Patienten definiert und weniger durch einen Arzt. Im Kern geht es darum, keinen steifen Schwanz zu bekommen, wenn man das will. Das kann ab und an sein, chronisch verlaufen, partiell oder dauerhaft auftreten. Es kann abhängig vom Partner sein oder auch nicht. Und ebenso kann mit hineinspielen, in welcher Situation es auftritt – zum Beispiel, ob im Darkroom oder zu Hause.

Was passiert in meinem Schwanz?   

Eine Erektion ist ein komplexer Vorgang, bei dem vieles zusammenspielt. Dazu gehören nebst den Blutgefäßen auch unsere Psyche, die Hormone und unsere körperliche Verfassung. Damit unser Schwanz steif wird, braucht es die Schwellkörper. Diese enthalten Muskelgeflechte mit Hohlräumen sowie  Blutgefäßen. Eine Erektion bekommen wir dann, wenn mehr Blut in die Schwellkörper fließt. Das passiert durch die Erweiterung der Arterien. Der Schwanz versteift sich und drückt dabei das feste Bindegewebe, welches ihn umgibt, weiter zusammen. Und damit auch jene Venen, die für den Blutabfluss zuständig sind.

Statistik – wie viele Kerle sind davon betroffen?

Die Frage lässt sich nur schwer ganz genau beantworten, auch wenn sich seit Jahrzehnten viele Studien (zum Beispiel aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Mexiko und Brasilien) damit befassen. Das liegt zum einen daran, dass Erektionsprobleme noch immer ein Tabuthema sind, über das betroffene Männer nur ungern wahrheitsgetreu berichten. Zum anderen hat es aber auch mit der Definition selbst zu tun, da jeder Kerl eigenständig bestimmen kann,  ab wann eine nicht zustande gekommene Erektion bereits ein Anzeichen von ED ist. Klar sind aber folgende Fakten: Eine ED stellt im Bereich der sexuellen Störungen die häufigste Problematik dar. Ein großer Faktor dabei ist das Lebensalter: Rund 16 Prozent der jungen Männer haben manchmal eine Erektionsstörung, während mit zunehmendem Alter (40-70jährige Männer) die ED bei bis zu 52 Prozent der Kerle vorkommen kann. Ab dem siebzigsten Lebensjahr leiden darunter zwei Drittel aller Männer. 

Was sind die Ursachen?

Früher war man der Auffassung, dass mehrheitlich psychische Gründe (Versagensangst, Stress) für eine ED verantwortlich sind. Die neusten Forschungen zeigen allerdings klar auf, dass beim Großteil der Fälle organische Leiden eine wesentliche Rolle spielen. Vereinfacht lässt sich sagen, dass bei jüngeren Männern psychische Gründe überwiegen, mit zunehmendem Alter dann aber körperliche Probleme vorherrschen (80 Prozent). Natürlich kann es bei älteren Kerlen im Verlauf der Erkrankung dann auch zusätzlich zu psychischen Problemen kommen. Oftmals spielen so nach und nach verschiedene Ursachen hinein, sodass sich im Verlauf  keine klare Trennlinie mehr bei den Ursachen festmachen lässt. In der Hälfte aller körperlichen Ursachen spielen Gefäßveränderungen, Diabetes oder Einlagerungen von Cholesterin (Übergewicht, zu fettes Essen, zu wenig Bewegung) in unseren arteriellen Blutgefäßen eine wesentliche Rolle. Dazu kommen Risikofaktoren wie Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Entzündungen von Prostata oder Hoden sowie Nervenschäden.   

Ein weiterer Aspekt sind Alkohol und Drogen. Beides beeinträchtigt massiv unser Nervensystem und damit die Weiterleitung aller stimulierenden Reize. Zudem können die Substanzen nicht nur kurzfristig unseren Schwanz ausknocken, sondern auch langfristig für einen schlaffen Prügel sorgen. Ein weiterer Negativaspekt ist das Rauchen – Nikotin ist ein Brandbeschleuniger für die Endzeit in der Unterhose. Verstärkt werden kann das Risiko auf ED auch durch die Einnahme diverser Medikamente, von Blutdrucktabletten über Antidepressiva bis hin zu Appetitzüglern. Selten dagegen ist eine Dysfunktion auf Grund des Absinkens unseres Testosteronspiegels zu verzeichnen. Psychische Ursachen sind unter anderem Stress im Job oder in der Partnerschaft, Leistungsdruck oder Versagensängste, Depressionen samt Burnout oder traumatische Erlebnisse beim Sex. Je mehr wir uns gerade als junge Männer unter Druck setzen, weil der Sex grandios sein muss und wir stundenlang wie überpotente Hengste herumficken sollen, desto eher gibt es Probleme mit der Standhaftigkeit unseres Schwanzes.

Was tun, damit es nicht  so weit kommt?

Es gibt bekannte Hausmittelchen, die die Durchblutung der Gefäße ankurbeln und damit einer ED vorbeugen können. Dazu gehören Knoblauch, Ingwer, Ginseng, Granatapfel oder auch Rosmarin. Auch Obst ist hilfreich, da es viel Kalium aufweist und somit den Blutdruck senken kann. Wichtig ist auch Vitamin C. Kernaspekt ist aber immer ein  gesundes Leben,  sprich, das Vermeiden von Alkohol, Nikotin, fettigem Essen, zu viel Salz und Stress. Funktioniert nicht immer, aber auch eine Reduzierung kann hier schon vorsorgend ein dicker Pluspunkt sein. Was dagegen eher weniger wirkt, ist das Schlachten eines Schweins, auch wenn das Opfer immer wieder gerne im Römischen Reich für den Fruchtbarkeitsgott Priapus dargebracht wurde.  

Haben schwule Männer andere Erektionsprobleme als Heteros?

Tatsächlich deuten mehrere Studien darauf hin, dass die Häufigkeitsverteilung funktioneller Sexualstörangen bei schwulen Männern anders als bei heterosexuellen Kerlen verteilt ist. Schwule haben zwar weniger Probleme abzuspritzen, dafür aber statistisch gesehen leicht vermehrte Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten. Die Gründe dafür sind hauptsächlich psychisch begründet: Wer Ablehnung oder Homophobie erlebt hat oder selbst nur schwer zu seiner Sexualität stehen kann, tut sich auch bei der Erektion schwerer.   

Mein Schwanz wird nicht hart – was nun?

Erst einmal Ruhe bewahren. Grundsätzlich kann das aus hundert verschiedenen Gründen immer einmal passieren – viele davon sind harmlos und nicht von Dauer. Kommt es tatsächlich öfter vor, dass dein bester Freund nicht hart wird oder bleibt, empfiehlt sich ein Besuch beim Urologen. Mit Ultraschall lässt sich checken, ob vielleicht eine Verletzung vorliegt. Eine Blutprobe klärt ab, ob es sich um ein hormonelles Problem handelt. Zudem gibt es die sogenannte Tumeszenz-Messung, kurz NPT. Diese zeichnet all deine nächtlichen Erektionen auf – in der Regel sollten es bei einem gesunden Mann drei bis sechs Erektionen pro Nacht sein, die mindestens zehn Minuten lang andauern. Ist dies nicht der Fall, hat man die Problemsuche schon einmal auf ein höchstwahrscheinlich körperliches Befinden eingegrenzt. Handelt es sich um ein Problem der Psyche, kann der Arzt entweder zu einem Therapeuten verweisen oder Tipps geben. Die gute Nachricht ist: in den meisten Fällen ist eine ED gut behandelbar.    

Hilfsmittel

Es gibt eine ganze Palette an Möglichkeiten, um den Schwanz wieder fit zu machen. Da wären zum Beispiel die allseits bekannten Potenzmittel (Viagra, Calais, Elvira, Sedran), die aber unter Umständen nicht immer die gewünschte Wirkung zeigen müssen. Zudem sollte eine solche Einnahme immer zuvor mit dem Arzt abgesprochen werden, denn je nach Vorerkrankung (Bluthochdruck z.B.) ist die  Einnahme nicht ratsam. In der Regel braucht es dreißig bis sechzig Minuten, bevor die Wirkung einsetzt. Daneben gibt es Penispumpen, die bei rund achtzig Prozent der Betroffenen hilfreich sind. Im Falle von größeren Gefäßerkrankungen können auch Operationen oder sogar Implantate helfen. Eine andere Möglichkeit ist die Injektionstherapie, bei der mit einer sehr dünnen Spritze ein Medikament direkt in den Schwellkörper gespritzt wird, welches den körpereigenen Botenstoff Alprostadil enthält. Dadurch erschlaffen die Muskelzellen im Penis, wodurch das Blut leichter in die Schwellkörper gelangt. Der Pluspunkt an der Methode ist die Tatsache, dass dies auch dann in vier von fünf Fällen funktioniert, wenn die Nervenbahnen verletzt oder gestört sind (zum Beispiel bei einer Querschnittslähmung).

Wie treiben es die Pornostars?

Auch Pornostars sind nicht dauerpotent und können ihre Erektion meistens nicht über Stunden halten; gerade, wenn ein Dreh einmal länger dauert, greifen viele Darsteller gerne auf das allseits verfügbare Cialis zurück. Zudem spritzen sich viele Pornostars auch gerne den Botenstoff Alprostadil (Name: Caverject) direkt in den Schwanz. Die Erfolgsquote ist hier hoch, zudem kommt es binnen weniger Minuten zu einer Erektion, die meistens auch eine Stunde oder länger andauert. Allerdings wird die Wirkung gerne auch einmal unterschätzt, denn die Dosierung kann schnell zu hoch angesetzt sein. In dem Fall ist es keine Seltenheit, dass Darsteller einen Tag lang mit einer Dauererektion herumlaufen. Klingt sexy, ist es aber nicht. Zum einen können wichtige Gefäße absterben und es so dauerhaft zur Impotenz kommen, zum anderen ist es irgendwann einfach nur noch sehr schmerzvoll. Selbst bei richtiger Anwendung klagen zehn Prozent aller Männer über Schmerzen im Schwanz sowie  über Schwindelanfälle und Kopfschmerzen. Durch die Einstichstelle ist außerdem die Gefahr deutlich größer, dass man sich mit einer Geschlechtskrankheit sowie HIV anstecken kann. Zudem können ungewollte Verhärtungen am Schwanz auftreten.  (ms)

Redaktionhttps://him-magazine.de
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