DAS COMING OUT

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Erfahrungen unserer HIM-Leser

In diesem Monat feiern wir einmal mehr den Coming-Out-Tag! Seit 1988 wird der Ehrentag jedes Jahr am zehnten Oktober zelebriert, um nicht geoutete homosexuelle Jugendliche und Erwachsene dazu zu ermutigen, offen zu ihrer Sexualität zu stehen. Zudem soll auch darauf hingewiesen werden, dass gerade für viele Jugendliche das Thema auch heute noch schwierig ist und eine große Hürde darstellt. Wir haben bei unseren Lesern nach ihren schönsten Coming-Out-Storys gefragt und präsentieren euch drei davon hier!

„Ich habe mich zuerst bei meiner Großmutter geoutet, da war ich 16 Jahre alt. In den Sommerferien waren wir immer bei ihr auf ihrem Bauernhof in Brandenburg, mich begleitete mein ´bester Kumpel´ Christian, der natürlich eigentlich viel mehr war als das. Meine Großmutter hatte uns die letzten Tage immer sehr genau beobachtet. Eines nachmittags saß ich mit ihr alleine im Garten an ihrem Lieblingsplatz, einem weißen Tischchen mit zwei Stühlen, meine Eltern und Christian waren einkaufen gefahren. Die Grillen zirpten, es war ein warmer Augusttag wie aus dem Bilderbuch. Irgendwann begann ich, kaum hörbar herumzustottern, bis sie einfach meine Hand nahm und sagte: ´Das Leben ist zu kurz, um hetero zu sein!´ Sie zwinkerte mir zu und ich starrte sie verwundert einige Sekunden lang an, bevor ich ihr in die Arme fiel.“ Klaus (44) aus Berlin

„Ich habe mich lange davor gedrückt, mich bei meiner Familie zu outen – rückblickend gab es keinen Grund dazu, denn meine Eltern waren stets sehr offen dem Thema gegenüber, aber einige Menschen aus unserer polnischen Verwandtschaft eher nicht. Ich hatte also Angst davor, auch meine Familie in Schwierigkeiten zu bringen. Das letzte Jahr vor meinem Outing muss furchtbar gewesen sein, ich war nur noch mies drauf, redete kaum noch. Mein älterer Bruder schenkte mir dann zum Geburtstag ein sehr cooles T-Shirt, das er mit dem Spruch bedrucken hatte lassen ´Happiness is my passion´. Ich dachte mir noch, er will mich damit verarschen, weil ich so gar nicht glücklich rumgelaufen war. Ich zog das Shirt trotzdem abends zur Familienfeier an. Irgendwann begannen die ersten Verwandten zu tuscheln. Mein Vater und meine Mutter lächelten vielsagend. Schlussendlich begriff ich, ich sollte mal die Rückseite des Shirts ansehen. Darauf stand geschrieben: ´You can’t say Happiness without saying Penis.´ Das war mein Outing vor allen, sozusagen. Später am Abend erzählten mir meine Eltern, dass sie mich immer unterstützen werden und wie wunderbar sie es fanden, die entsetzten Gesichter der konservativen Verwandtschaft zu sehen!“ Daniel (33) aus Stuttgart  

„Bei mir war meine Schwester mein Lebensretter. Ich outete mich im Überschwang bei meiner Mutter, weil ich in einem unbedachten Moment für den jungen Justin Bieber schwärmte und sagte, wie sexy er doch wäre. Darauf machte es keinen Sinn mehr zu schweigen, also sagte ich: Mama, ich bin schwul! Sie meinte nur, vielleicht sei es nur eine Phase. Meine ältere Schwester, die bereits einen Freund hatte, polterte sofort zurück: ´Mama, ich glaube, hetero zu sein war meine Phase. Das geht ja heute so schnell mit diesen Phasen!´ Meine Mum hat dann verstanden, was sie da eigentlich Verletzendes gesagt hat und sich kurz darauf bei mir entschuldigt. Es folgten weitere Gespräche, doch meine Schwester hat wahrlich das Eis gebrochen. Tage später schenkte sie mir ein Buch mit Liebesgedichten, auf die erste Seite hatte sie ein Zitat von Tennessee Williams geschrieben: ´What is straight? A line can be straight, or a street, but the human heart, oh, no, it’s curved like a road through mountains.´ Bis heute ist sie meine beste Freundin!”  Michael (25), München

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Redaktionhttps://him-magazine.de
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