40 Jahre CD – Was war die Lieblingsscheibe der Schwulen?

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Früher Hörgenuss, heute Sondermüll – und die schwulen Jungs der Generation Z blicken unverständlich auf die älteren Schwulen und fragen erstaunt: “CD, was ist das?“ Wir feiern trotzdem oder gerade deswegen 40 Jahre CD! Als in unserer Jugend die CDs zum Massenphänomen wurden und die zerbrechlichen Langspielplatten (Liebe Generation Z: Gebt auf, das wird zu kompliziert, das auch noch zu erklären!) altbacken und von gestern waren, bezauberten wir uns an dem glassklaren Klang der silbernen Scheiben. Plötzlich gab es alles, von Cher bis Abba, von Queen bis Elton John. Doch was war eure erste CD? Wir haben bei euch einmal nachgefragt!

GENESIS

„Meine erste CD war von Genesis ´We can´t dance´. Ich kann mich noch immer an das Coverbild erinnern und ich habe sie wie einen Schatz behandelt, echt wahr. Meine Cousine hat sie mir geschenkt, von meinen Eltern bekam ich damals zum Geburtstag noch eine kleine Stereoanlage dazu. Und sie hat mir gesagt, dass man ´ganz vorsichtig´ damit sein müsste, sonst zerbricht die CD sofort. Also habe ich sie ein Jahr lang wie feinstes Porzellan behandelt. Die CD hat definitiv meine Liebe fürs Tanzen entfacht – und das wiederum hat mir als Jungspund bei schwulen Discoabenden Punkte verschafft!“ Michael aus München

QUEEN

„Ich hatte zusammen mit meiner ersten CD meinen bis heute schlimmsten Wutanfall. Ich habe mir von meinem Taschengeld das Queen Album ´The Miracle´ gekauft. Rückblickend kann ich sagen, dass ich schon damals heiß auf Freddy Mercury war, aber in jungen Jahren war mir meine Vorliebe für drahtige Kerle mit Bart noch nicht bewusst. Ich hörte also zum ersten Mal die CD, war beinahe benommen von dem Sound und dann platzte mein nerviger Bruder ins Zimmer und ich bin ausgeflippt, weil ich irgendwie in der irrwitzigen Annahme war, man könne eine CD nur ein einziges Mal anhören, dann wäre sie ja sozusagen ´abgespielt´ und durch. Die CD verstaubt inzwischen im Keller, aber vor Kerlen mit Schnauzbart falle ich bis heute gerne auf die Knie – aber das ist eine andere Geschichte.“ André aus Hamburg.

SARAH CONN0R

„Ich war noch ein Kind, als ich meine erste CD bekommen habe und zwar Sarah Connors ´From Zero to Hero´. Das war auch erstmals die Zeit, wo ich die englischen Songs langsam verstehen konnte – und der Text hat mich gefesselt. Es gibt da die Passage, da singt sie sinngemäß: “Liebe ist kein Verbrechen, trau´ dich, wann immer du dich bereit dazu fühlst.“ Daran habe ich auch Jahre später immer wieder denken müssen, als mir klar wurde, dass ich schwul bin!“ Tobias aus Kassel

ABBA

„Ich hatte niemals eine echte Chance auf ein Leben als Heterosexueller – meine Mutter hörte seit meiner frühesten Jugend immerzu ABBA. Und so war meine erste CD natürlich die ´ABBA Gold´. Im Gegensatz zu den dämlichen Affenpocken gibt es auch keine Impfung gegen ABBA, als letztes Jahr nach Jahrzehnten eine neue ABBA-CD rauskam, stand ich an, um sie als Erstes in den Händen zu halten. Heilung ausgeschlossen, Jungs! Der ABBA-Virus bleibt.“ Andreas aus Stuttgart

ELTON JOHN

„Ich bin durch meine erste CD schwul geworden: Elton John ´The One´. Gut, ich glaube, ich war es schon zuvor, denn dieses kitsche Cover hat den letztendlichen Ausschlag zum Kauf gegeben. Man sieht Elton John, umgeben von einem blau-goldenen Rahmen mit zahlreichen Ornamenten und schnörkeligen Symbolen. Ja, Herrgott, ich sagte es ja, schwul durch eine CD. Den Song ´Simple Life´ höre ich bis heute gerne.“ Frederik aus Köln

STING

„Sting! Ich glaube, er ist nicht wirklich als schwuler Künstler verschrien, aber Sting hat mich gepackt, seitdem ich zufällig die wahre Bedeutung von seinem Song ´Englishmen in New York ´irgendwo gelesen hatte. Darin singt er über den schwulen Dandy Quentin Crisp, der bereits seit den 1950er Jahren seine Homosexualität offen auslebte und oft angegriffen worden war, eben wie ein ´Alien in New York´, wie Sting singt. Die beiden haben sich in den 1980er Jahren in New York kennengelernt und Sting war so beeindruckt von diesem mutigen Schwulen, dass er ihm diesen Song geschrieben hat. Ich weiß nicht, aber als ich das gelesen hatte, bin ich in den nächsten Plattenladen und hab mir meine erste CD von Sting gekauft. Das hat mir als junger Knirps, der gerade dabei war, zu begreifen, dass er schwul ist, unheimlich viel Mut gemacht. Bis heute vibriert da etwas tief in mir, wenn ich den Song höre.“ Markus aus St. Peter Ording

INTERNATIONALE HITS

„Meine erste CD war eine ganz trashige Doppel-CD mit den aktuellen Hits des Jahres 1993. Und so hieß das Ding auch: Internationale Hits. Aus heutiger Sicht ein ziemlich schwules Teil, da sind viele Künstler drauf, die auch heute noch auf einer richtig guten, trashigen schwulen Party nicht fehlen dürfen. Haddaway, Ace of Base, Whitney Houston, Culture Beat, Freddy Mercury. Ich habe die CD heute noch, alle anderen CDs sind inzwischen längst im Müll. Mit der Musik hatte ich auch den ein oder anderen feuchten Traum. Und wie es eben so ist mit den berühmten ersten Malen, ein wenig hängt man dann doch daran, oder?“ Christian aus Mannheim

2 UNLIMITED

„Ich habe zum ersten Mal zu 2-Unlimited die Hüften geschwungen, und zwar zu der Maxi-CD von ´Get Ready For This´. Maxi-CD! Ich glaube, die jüngeren Boys reiben sich jetzt vor Verwunderung die Augen. Gleich große CD, nur zwei bis drei Songs drauf, kaum billiger als ein Album – wir haben es gekauft. Ich hab´ das rauf und runtergehört, sehr zum Leidwesen meiner Eltern damals. Und tatsächlich, ich hatte währenddessen meinen ersten Sex. Ich glaube, der Song geht knapp dreieinhalb Minuten, wir waren damals schneller fertig.“ Manfred aus Münster

DAVID HASSELHOFF

„Gott, wie peinlich, aber meine erste CD war David Hasselhoffs ´Looking For Freedom´. Ich war als Junge tierisch verknallt in ihn, Knight Rider war meine Serie! Und mein erstes Konzert war tatsächlich auch ein Hasselhoff-Konzert, damals in München noch. Irgendwie cool, dass er heute Kult ist. Ach ja, und auf Männer mit Brustbehaarung fahre ich bis heute ab!“ Matthias aus Berlin 

TAKE THAT

Ich bin ein Opfer der Boygroup-Welle: Take That mit ´Nobody Else` war meine erste CD. Und Take That hat mich wirklich von der ersten Sekunde an sexuell angezogen, ich hätte mich sofort zu jedem der fünf Boys ins Bett gelegt. Damals war er nicht mein Favorit, aber als Solokünstler dann entbrannte meine Liebe für Robbie Williams. Ich stand bei einem seiner Konzerte sogar in der ersten Reihe. Robbie dürfte bis heute seinen Hüftschwung jederzeit in meinem Bett erneut ausleben!“ Robert aus Dresden    

MADONNA

„Ich treibe sehr gerne Sport, vor allem draußen im Park. Und dazu gibt es immer Musik! Ganz früher noch mit dem abgenutzten CD-Player meines älteren Bruders. Meine erste CD war also eine, die ich von meinem Bruder bekommen habe – Madonnas ´Ray of Light“ – den Song ´Frozen´ find ich bis heute cool. Mein Bruder witzelt heute gerne und sagt, seine Musik hätte mich schwul gemacht. Er ist superhetero und hat trotzdem die großen Diven gehört. Das ist bei mir hängengeblieben, heute treibe ich Sport zu Lady Gaga und Beyoncé. Allerdings im Stream aufm Phone.“ Akio aus Berlin.

KUSCHELROCK 11

„Ich habe alle meine CDs noch, auch meine erste natürlich, Kuschelrock 11. Erschreckend, dass gerade Folge 36 erschienen ist. Das waren damals die Hits der Zeit und ich jung, verliebt und verrückt nach Party. Die Songs der Zeit waren zum Beispiel die Backstreet Boys mit ´Quit Playing Games´ oder Celine Dion mit ´All by Myself“ – die haben mich damals dazu angeregt, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Ende 1999 habe ich mich dann in Paris geoutet – und die Songs höre ich heute noch!“ Markus aus Wien

BELLINI

Ich war so stolz auf meine erste CD – Bellini mit ´Samba De Janeiro´. Da war ich gerad einmal sechs Jahre alt und habe mein ganzes Taschengeld dafür zusammengelegt. Meine Füße fangen heute noch an, zu tanzen, wenn ich den Song höre. Und rückblickend habe ich ein Gespür für schwule Beats gezeigt, Bellini reißt auch heute noch alle schwulen Kerle bei jeder Party von den Stühlen!“ Daniel aus Frankfurt am Main

BRAVOHITS 13

„Bei mir waren es die Bravohits 13 als CD. Das war 1996 und ich war mit elf Jahren extrem stolz darauf, vor allem auch, weil ich nicht nur ein Hit-Lied, sondern ganz viele hören konnte. Zu dieser Zeit war von Schwulsein noch nicht die Rede, aber die Songs haben definitiv mein Leben beeinflusst. Damals lief die CD wochenlang in Dauerschleife, auch wenn ich bis heute von den englischen Texten kaum ein Wort verstehe!“ Martin aus Hamburg

Redaktionhttps://him-magazine.de
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